über Night Machine

• So kann zeitgenössische Musik sich einem größeren Zuhörerkreis erschließen ohne an Anspruch zu verlieren: packende Rhythmen, ein unwiderstehlicher Drive, hier und da eine vertraut wirkende Melodie, an der man sich für einen Moment festhalten kann, um die Zuhörerseele im Lauschen aufblühen zu lassen. Dabei sollte man sich die Klänge von Søren Nils Eichbergs Orchesterstück "Night Machine", das im Rahmen des ersten der beiden Abschlußkonzerte der Internationalen Ensemble Modern Akademie uraufgeführt wurde, keinenfalls als lediglig naiv oder geradlinig vorstellen.
Dem 1973 in Stuttgart geborenen Komponisten ging es in seiner Komposition, die von den engagierten jungen Stipendiaten der Akademie nun im Dachsaal des Frankfurter Hauses der deutschen Ensemble Akademie zu Gehöhr gebracht wurde, um ein musikalisches Pendant zum "stream of consciousness" bei James Joyce: Struktur und Stimmungen gehen in einander über, schlagen mit harten Brüchen in andere um, erscheinen in neuem Licht oder überlagern einander. Zwischendurch klingt das Ganze dann auch einmal nach mittelalterlicher Spielmusik. Zitate?
- "Ich nenn' das Fälschungen", grinst Eichberg. "Ich weiß in Deutschland sollte man so was immer mit kritischer Distanz verkleiden. Aber ich lebe in Dänemark, da ist man nicht so verbohrt."
- Elisabeth Risch in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung

• Dann aber ist die Zeit für Sören Nils Eichbergs brandneue "Night Machine" gekommen, und sie startet unter Leitung des Komponisten sofort klangmächtig durch.
Eichberg, 2001 Gewinner des 1. Preises im renommierten Brüsseler Kompositionswettbewerb "Königin Elisabeth", lebt und arbeitet in Berlin. Er schreibt eine ganz und gar unabhängige, gelegentlich dahinkrachend temperamentvolle Musik, die aber auch des Zugriffs auf volkstumhafte Melancholie fähig ist. Über sie fegt freilich die "Night Machine" etwas zu ausgiebig, aber durchaus effektvoll dahin. Abwarten heißt es inzwischen. Auch notorisch junge Komponisten werden älter. Eichberg lässt sich einstweilen noch eine glückliche Zeit damit.
- Klaus Geitel in Berliner Morgenpost

über das Cellokonzert

• Im ersten Studiokonzert präsentierte das RSO unter Leitung von Christoph Poppen am Freitag eine Auftragskomposition, die das Potential hat, über die Uraufführung hinaus Eingang in die Spielpläne zu finden. Das dreisätzige Konzert Søren Nils Eichbergs ist ein formvollendetes Kaleidoskop orchestraler Klangfarben. Der Wechsel zwischen atemberaubenden Tonkaskaden und Passagen lyrischer Empfindsamkeit bot Widmungsträger Claudio Bohórquez Raum, seinem Ruf als Ausnahmecellist gerecht zu werden.
- SAD in der Saarbrücker Zeitung

über Sinfonie Nr. 1 - stürzten wir uns ins Feuer

• Søren Nils Eichbergs 1. Sinfonie ist eine herbe Vision einer von der Menschkeit selbstgeschaffenen Götterdämmerung. "Stürzten wir uns ins Feuer" hat er sie getauft, um ein Bild hervor zu mahnen, wo das gesamte Menschengeschlecht sich in Eigenverherrlichung in die vernichtenden Flammen stürzt.
In kurzen Motiven von vier bis sechs Tönen und abwechselnden Abschnitten prägnanter Rhythmen ergreift die Musik unmittelbar den Zuhörer. Das ganze Orchester steht in Flammen, und wenngleich die Lautstärke oft gewaltig ist, ermüdet die Klangstärke nie.
Eichberg hat klar und fantasiereich instrumentiert. Hier und da erzeugen sanftere Passagen ein Gefühl von Wehmut und Ruhe in dem sonst persistenten und brutalen Ablauf.
Die harten und scharfen Schnitte wecken Erinnerung an Filmmusik; eine Sinfonie reich an Bildern.
- Ole Lauritzen in Fyens Stiftstidende

über Cantus

• Søren Nils Eichberg hat mit Cantus ein schönes und direktes Werk mit einer unmittelbar verständlichen Form geschaffen. Wirkungsvoll stellt er mit kurzweiliger Einfachheit die Blöcke des klaren Aufbaus einander gegenüber. Zeitgenössische Komponisten müssen nicht unbedingt für die Schreibtischschublade komponieren.
- Dänische Musikzeitschrift

über Scherben

• Der dänisch-deutsche Komponist Sören Eichberg zählt zu den interessantesten Köpfen seiner Generation. Mit seinem Violinkonzert "Qilaatersorneq" gewann der in Köln lebende Eichberg vor zwei Jahren den renommierten Königin-Elisabeth-Wettbewerb in Brüssel und erfreut sich als Komponist, Pianist und Dirigent einer gesteigerten Nachfrage des Musikmarktes. "Scherben" ist erwartungsgemäß schwer (also nichts für Feierabendspianisten), stellt aber keine unlösbaren Anforderungen. In ihrer stilistischen und formalen Buntheit wirken die "Scherben" tatsächlich fragmentarisch und erinnern an einen Musterkatalog modernen Komponierens für das Klavier. Mathematisch wirkende Rhythmusetüden wechseln sich ab mit jazzigen Chorälen, impressionistischen "Verweilstücken" oder dramatischen Trillertrauben. Und die Musik? Farbig und effektvoll mit einem Hang zum Düster-Melankolischen - so möchte man das Werk von Sören Nils Eichberg beschreiben. Sein Handwerk beherrscht er natürlich.
- Notenbesprechung in PianoNEWS

• [...] mussten die 12 Kandidaten ihre Reife beweisen an einem Werk unserer Zeit. Und mit dem jungen dänischen und in Köln lebenden Soren Nils Eichberg hatte man einen guten Griff getan. Ein Werk, das extrem reichhaltige Interpretationen ermöglicht und technisch sehr anspruchsvoll ist. Die Jury sowie Teilnehmer zeigten sich begeistert über den klangreichen Facettenreichtum, den Eichberg in diese kurzen expressiven Stücke gesetzt hat.
- Carsten Dürer in PianoNEWS

über Qilaatersorneq

• Die ersten Noten von Qilaatersorneq werfen uns mitten in einen vulkanischen Ausbruch. Eine wilde Entladung, aber superb beherrscht, wie der Schrei eines Ur-Kriegers.
Zuerst erscheint die Partitur von Soren Nils Eichberg, eine Art «danse macabre shamanique», wie ein sinfonisches Gedicht mit obligater Violine. Doch bald führen die Anrufungen in Introspektion, die Beschwörungskraft hebt zum kräftigen, lyrischen Gleitflug ab oder transformiert sich in eine zwingende Tanzsucht...
- Michel Debrocqe und Serge Martin in Le Soir

• "Qilaatersorneq" von Soren Nils Eichberg entfaltete seine rohe und mysteriöse Substanz und dieses latente Gewalt.
Das extrem physische Werk, erzählt mit seinen komplexen Rhythmen, unterstrichen von dem eindrucksvollen Schlagzeug, das Abenteuer eines Initiationsritus der Inuit.
- Martine Dumont-Mergeay in La Libre Belgique

Viele Teilnehmer zeigten sich äusserst enthusiastisch über das Pflichtstück von Soren Nils Eichberg. Die Partitur erwies sich als ein farbenreiches Werk reich an Passion.
- Haagsche Courant

Eichbergs Komposition pulsierte vor Vitalität und Lebensfreude.
- Heather Kurzbauer in The Strad

Michael Luig leitete an der Musikhochschule auch eine eigenwillige Reise nach Grönland. [...] Jetzt bekam sein [Eichbergs] in Brüssel bereits preisgekröntes Violinkonzert Qilaatersorneq auch daheim in der Hochschul-Aula großen Beifall. Das einprägsame Werk ist inspiriert von einem rituellen Trommeltanz der Ureinwohner Grönlands. Furios und intensiv!
- Kölner Stadtanzeiger

Das Wettbewerbsstück des jungen Deutschen, Sören Nils Eichberg, ein "Shamanentanz", erklang voll und reich.
- Эксперт Северо-Запад

Eichbergs "Schamanismus" entfachte ein lebendiges Gefühl von Farbe und Fantasie.
- Невское время

über Hærværk

• Dennoch kennzeichnete ein anderes Stück den Höhepunkt des Konzerts: "Haervaerk" (wie man Vandalismus auf Dänisch nennt), ein Zehn-Minuten-Brenner von Sören Nils Eichberg, der sich selbst ans Klavier und damit an die Spitze des zehnköpfigen Ensembles setzte, seinen vermeintlichen Schocker mit interpretatorischer Allgewalt vorzutragen. Er klingt auf Anhieb nach einstürzenden Neubauten.
Doch dabei bleibt es nicht. Eichberg baut im Gegenzug etwas auf: ein höchst persönliches Stück, keinerlei Einflüsterungen irgendeiner geläufigen kompositorischen Doktrin verpflichtet. Das Ensemble hat immer erneut musikalischen Drangsalierungen durch das Klavier standzuhalten, aber es resigniert nicht. Es lässt den Solisten vor sich hin toben. Dieser von Eichberg beschworene sogenannte "Vandalismus" offenbart sich insgeheim als ein Arrangement unter Freunden, die alle vereint kraftvoll am selben Strang zu ziehen verstehen. Und den gibt ihnen Eichberg (33) ganz unschüchtern in die Hände.
- Klaus Geitel in Berliner Morgenpost

Die stärksten Eindrücke kamen von den beiden Concertini [Eichbergs "Hærværk" und Janaceks "Concertino"], in bester Zusammenarbeit mit dem Reval Ensemble dargeboten. Sören Nils Eichbergs Werk erklang unter Valdma und der Leitung des Komponisten frisch und logisch mit grossem Einfallsreichtum.
- Lilian Semper in Muusika

über Geistliche Dämmerung

Poetisch zart, doch dabei sonderbar beunruhigend. So erlebte ich Søren Niels Eichbergs Stück »Geistliche Dämmerung«. Einfallsreiche Instrumentenkombinationen mit beeindruckenden Klangwirkungen, viele Ideen in einer organischen, knospentreibenden Form.
- Jydske Vestkysten-


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